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| Bunt statt Braun |
..ist ein Zusammenschluß von 20 verschiedenen öffentlichen und freien Projekten der Kinder- und Jugendarbeit im Bezirk Köpenick, die partnerschaftlich miteinander arbeiten. Das Bündnis wird dabei von Jugendlichen aus Köpenick und den MitarbeiterInnen der Projekte getragen.
Unser Bündnis enstand Anfang des Jahres 2001, als die NPD-Geschäfstelle ihren Sitz aus Stuttgart nach Berlin Köpenick verlegte. Die nun vorhandene unmittelbare Nähe zu dieser rechtsextremen Partei löste bei uns Angst und Unbehagen aus.
Gerade auch die scheinbar ausgesuchte Nähe der Zentrale zu vielen denkwürdigen Orten:
· Werner Seelenbinder Str. & Mandrellaplatz - antifaschistische Widerstandskämpfer
· "Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche" Juni 1933 empfanden wir als äußerst provokant und beleidigend; es machte uns auch wütend.
Sofort entstand bei uns das Bedürfnis, unsere Ablehnung und unsere Ängste gegenüber der NPD und den der Partei nahestehenden gewalttätig auftretenden rechtsextremen Jugendlichen öffentlich zu zeigen. So gründeten wir spontan das Jugendbündnis!
Wir wollen über ihre Ideologien, ihr Gedankengut und ihre Strukturen aufklären und zum Ausdruck bringen wofür wir stehen: für ein vielfältiges, tolerantes, kulturvolles und demokratisches Zusammenleben. Wir wollen ein breites Klima der Ablehnung und der Auseinandersetzung mit rassistischen, ausländer- und frauenfeindlichen, militärischen, antisemitischen und faschistischen Tendenzen schaffen. Wir wollen auch deutlich machen, dass Rechtsextremisten in Treptow-Köpenick in "einem trockenen Teich" angeln und sie auf breiteste Ablehnung stossen - denn wir haben etwas entgegenzusetzen: SELBSTVERTRAUEN und ZIVILCOURAGE! Wir wollen dabei nicht die Art der Auseinandersetzung der "NPD" im gestiefelten und soldatisch-militaristischen Stil übernehmen.
P.S. Die rechten Parteien und ihre Zentralen sind für uns nicht das alleinige Problem: sondern auch, dass sie zunehmend gewählt werden und ihre Themen, Forderungen und Gedanken sich in das Bewußtsein der Öffentlichkeit einschleichen. Dem muss widersprochen und der öffentliche Platz genommen werden.
was tun wir?
- Demo BUNT statt BRAUN! – Vielfalt statt Einfalt" 2.500 Menschen März 2000
- Anne-Frank-Austellung in Zusammenarbeit mit "Anne-Frank-Zentrum" von Juni bis September 2001 nach Köpenick geholt
- erste gemeinsame "SCHOOL-OUT-Party – Bunt in den Sommer!" im ABC-Rocks
- Demo "Trepenick und Köptow – Bunt statt BRAUN!" von Niederschöneweide nach Oberschöneweide Juni 2000 mit dem Ziel, im Vorfeld der Fusion Menschen aus beiden Bezirken zusammenzuführen
- Fortbildung zum Thema Kampf gegen Rechtsradikalismus – Strategien für Mitarbeiter/innen der Köpenicker Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit der Jugendförderung Treptow-Köpenick
- Konzert von Carsten Troyke (jüdische Musik) zum 9.11.2000 (Reichskristallnacht)im HdJK
- Bands für Bunt! – Veranstaltung im ABC-Rocks Jugendkulturhaus
- Diskussionsveranstaltung gegen Rechtsradikalismus mit Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident (der allerdings krank war)
– Im Mai 2001 fand die Veranstaltung dennoch statt, im Rahmenprogramm weiterhin "Die bösen Mädchen" deutsch-türkische Band
- erste Teilnahme am "CSD" mit eigenem LKW und Jugendlichen aus 4 Einrichtungen
- 2. "School-Out-Party - Bunt in den Sommer!" für Kinder und Jugendliche
- Konzert mit einer dt./nl. Klezma – Gruppe (HET KLEZ FOLKTRIO)
in 2 Köpenicker Jugendklubs zum 9.11.2001 - Teilnahme am Karneval der Kulturen '02
- Teilnahme am CSD '02
- "SCHOOL-OUT-Party" '02
Projekte:
- "Augen auf – Augen zu!?" Diskussionsveranstaltung mit dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse. Diese Gesprächs- und Diskussionsveranstaltung fand am 11.10.2001 im "ABC-Klubhaus", Hirschgartenstraße statt. Es war der zweite Versuch von uns, den Bundestagspräsidenten Herrn Thierse nach Köpenick einzuladen und seine Autorität zu nutzen, um Mut zu machen und zivilgesellschaftliches Engagement im Kampf gegen rechte Ideologien zu stärken. Nur wenige Wochen nach den Terroranschlägen in New York mußten wir die ursprüngliche Intention der Veranstaltung verändern, um auf diese Ereignisse zu reagieren. Darauf hin haben wir einen Titel gewählt (Augen auf – Augen zu!?), der einen Rahmen bot, um sich mit diesem brennenden Thema und mit dem Ursprungsthema (Kampf gegen rechte Ideologien / NPD) befassen zu können.
- Keine Angst vor Deutschland (Gün Tank) In den Monaten Oktober bis Dezember des Jahres 2001 konnten wir mit Hilfe von Gün Tank, einer aus der Türkei stammenden jungen Frau, unsere "Keine Angst vor Deutschland" – Gesprächsreihe durchführen. Die Tour führte durch drei Einrichtungen. Gün kennt sich in zwei Kulturkreisen aus. Deutschland ist ihr genauso vertraut und auch fremd wie die Türkei. Als „Ausländerin der 3. Generation“ gehört sie irgendwie zu beiden und das ist nicht einfach. Sie versteht sich als Deutsche und als Staatsbürgerin mit Rechten, Pflichten und Idealen. Gesehen wird sie aber als Türkin mit Gaststatus.
- Viele Farben – Begegnung und Austausch Das Projekt mit dem peruanischen bildenden Künstler Sergio Zevallos richtete sich an Projekte mit rechtsorientierten Jugendlichen. Vordergründig sollte mit künstlerischen Gestaltungsmitteln ein "Vielfarbiges" Kunstprojekt entstehen, welches allerdings nicht ohne Auseinandersetzung um den Künstler selbst ablaufen konnte. Das Kunstprojekt war Mittler um miteinander ins Gespräch zu kommen.
Partner:
alleins e.V.
Haus der Jugend Köpenick (Café)
Das Horn
Labude
Bölscheclub
Spielhaus
Kinder-Kietz-Klub
Jugendschiff Remili
Alte Möbelfabrik
Jobwerkstatt
Mügge-Club
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